Business Intelligence Technologien und Plattformen als Wegbereiter zur Industrie 4.0

Jan Vollmer

Wir halten unser Leistungsversprechen. Will heißen: Mit uns kann der Kunde die bessere Performance seiner Systeme oder Prozesse quantitativ und qualitativ stets nachvollziehen.

Jan Vollmer, CEO von Old World Computing 

Die digitale Transformation bewährter Geschäftsmodelle schreitet voran. Ob Big Data oder Smart Data – die Datenanalyse via Business Intelligence Plattformen wird für Konzerne und mittelständische Unternehmen immer wichtiger. Als Wegbereiter zur Industrie 4.0 beeinflusst die digitale Transformation u. a. die Bereiche Forschung & Entwicklung, Produktion, Logistik sowie Vertrieb. Die Folge:  Der Bedarf nach Business-to-Business-Anwendungen und Add-on-Produkten nimmt ebenso stetig zu. Dabei gilt: Business Intelligence Plattformen tragen zur besseren Vernetzung sowie zu einer effizienteren und produktiveren Wertschöpfung bei. Flankiert durch das Internet der Dinge und Mobile First Technologien sind Business Intelligence Plattformen schon heute die Wegbereiter zur Industrie 4.0.  

François Baumgartner sprach mit Jan Vollmer, Managing Director der Old World Computing UG über die Herausforderungen des digitalen Wandels, der alle Branchen betrifft. 

 

 

Herr Vollmer, wofür steht Old World Computing? 

Old World Computing steht für modernste Ansätze im Bereich der Informatik. Hierzu zählen u. a. Predictive Analytics, Datamining und Machine Learning im Kontext der Alten Welt oder der sogenannten Old Economy. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass im IT-Bereich viele Entscheider mit neuen Technologien sehr vertraut sind. In den klassischen Industrien ist dies aber zum großen Teil noch nicht der Fall. Dabei sehen wir gerade hier die größten Möglichkeiten, direkt und unmittelbar effizientere Prozesse und Kosteneinsparungen zu realisieren. Überdies sind wir der Ansicht, dass es nahezu kein Unternehmen in Deutschland gibt, bei dem es keine Möglichkeiten für Big Data Anwendungen gibt. Dabei gilt: Business Intelligence Plattformen und deren Anwendungen tragen zu einer besseren Vernetzung sowie zu einer effizienteren und produktiveren Wertschöpfung bei. 

 

Können Sie uns bitte die Termini Data Mining, Machine Learning und Predictive Analytics erklären? 

Gerne. Kurzgesagt: Für alle Anwendungen ist es wichtig, möglichst viele Daten zu haben. Das Big in Big Data darf wirklich groß sein. Unterhalb der Terabyte-Ebene tue ich mich schwer, von Big Data zu reden. Wir nehmen auch gerne noch zwei Zehnerpotenzen mehr. Wenn man dann Big Data hat, kann man in dem Heuhaufen aus Daten nach bestimmten Wirkzusammenhängen suchen oder eben minen, um dieses Wissen operativ einzusetzen. Sie können die Daten aber auch nutzen, um aufbauend auf einer wirklich großen Datenbasis den Computer lernen – oder wie ein Mensch – auf definierte Fälle reagieren zu lassen. Das wäre dann Machine Learning wie etwa selbstfahrende Autos oder Chatbots, die den Turing-Test bestehen. Und basierend auf dieser sehr großen Datenmenge und massiven Rechenkapazität kann man hypothesenlos Zeitreihenanalysen durchführen. Das ist dann Predictive Analytics. 

 

Warum sind Big Data und Smart Data für Business Intelligence Plattformen so wichtig? 

Das ist ein weites Feld und eine Frage, die man knapp kaum beantworten kann. Es geht vor allem um das Zusammenspiel diverser und neuer Technologien und um die Möglichkeit, eine riesige Menge an Daten zu erfassen und auszuwerten. Spannend ist hierbei vor allem, dass mit Predictive Analytics, einem Zweig der künstlichen Intelligenz, eine neue Art des Denkens stattfindet. Denn: Bei Big Data gehen wir hypothesenlos vor und suchen jede Korrelation. Diese werden getestet und wenn sie stabil sind, nun gut. Und das ist ein etwas anderer Ansatz als er etwa in Statistikvorlesungen aktuell gelehrt wird. 

 

Welche Leistungen bieten Sie infolgedessen an? 

Sie haben Prozessdaten oder auch schon eine Idee was Sie mit diesen Daten machen wollen? Dann kann Old World Computing Sie beraten. Wir helfen unseren Kunden, die richtige Software für deren Problem zu finden. Wir befähigen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Kunden bei innovativen Ansätzen einer modernen Datenanalyse sowie der Anwendung von Big Data Software. Zugleich können wir die Fachexperten beim Einsatz und der Implementierung von Big Data beraten. Wenn es sich um eine sehr spezielle Herausforderung handelt, können unsere Entwickler Standardsoftware implementieren oder anpassen und nahezu jedes Problem beheben. Wenn es zudem ganz schnell gehen soll, formulieren unsere Kunden einfach ihre Erwartung an einen optimierten Prozess, welche wir mit Data Mining, Machine Learning oder Predictive Analytics lösen. 

 

Herr Vollmer, wie würden Sie die Alleinstellungsmerkmale der Business-to-Business Anwendungen von Old World Computing kurz beschreiben? 

Old World Computing ist alles aus einer Hand mit einem Experten als Ansprechpartner. Wir verkaufen keine Standardlösungen. Wir lösen die individuellen Probleme unserer Kunden und implementieren Lösungen, die optimal zu den Geschäftsmodellen unserer Kunden passen. 

 

Wie begeistern Sie Ihre Kunden noch? 

Wir sind schnell. Wenn unsere Kunden ein Problem erkannt haben, können unsere Berater unmittelbar im Rahmen eines Proof of Concept (PoC) sicherstellen, ob sich unsere Methoden überhaupt dafür eignen, das bestehende Problem zu lösen. Das hat ganz einfach mit den vorhandenen Datenstrukturen und der Art des Problems zu tun. Wir verkaufen unseren Kunden keine heiße Luft! Wir nehmen nur Aufträge an, bei denen wir nach dem PoC wissen, dass wir mit unserem Know-how ein sehr gutes Ergebnis erzielen werden. Das nennen wir operative Exzellenz. Unsere Mitarbeiter haben einen breiten Wissensschatz und verstehen branchenübergreifend die Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen. Wir verkaufen keine Buzzwords, wir verkaufen Lösungen! Wir halten unser Leistungsversprechen. Will heißen: Mit uns kann der Kunde die bessere Performance seiner Systeme oder Prozesse quantitativ und qualitativ stets nachvollziehen. 

 

Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Industrie 4.0, das Internet der Dinge oder Mobile First-Technologien? 

Das sind vor allem Datenlieferanten. Eine Industrie 4.0 Produktion, die jederzeit ihren Status und die Position aller ihrer Teile kennt, ist ebenso eine Grundlage für unsere Arbeit, wie vollkommene Kenntnis aller Elemente einer Lieferkette. Die Daten dieser Systeme können wir nutzen, um eben diese Systeme zu optimieren. Wichtig sind ebenso die Gewährleistung der Datensicherheit sowie die Einhaltung bestehender Datenschutzrichtlinien. 

 

Old World Computing hat seinen Geschäftssitz in Bochum. Welche Vorteile bietet dieser Standort? 

Manche Leute sagen, Bochum sei nicht hip, klar, sicherlich nicht Berlin oder München. Bochum bietet aber aus unserer Sicht dennoch viele Vorteile. Es gibt im Ruhrgebiet einen Cluster von jungen IT-Unternehmen. Viele haben sich aus dem universitären Umfeld heraus gegründet. IT-Security und Big Data sind die beiden Topthemen im Ruhrgebiet. Gleichzeitig halten wir einen engen Kontakt zu Lehrstühlen der Uni Bochum und der TU Dortmund. Dort haben wir eine hohe Anzahl an studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Aus diesem Pool rekrutieren wir natürlich auch unsere zukünftigen Spezialisten und Berater im Bereich Data Science. Ferner gibt es im Ruhrgebiet und in der Umgebung, also im Münsterland, dem Bergischen Land und natürlich dem Rheinland eine ganze Reihe von Logistikunternehmen sowie die metallverarbeitende Industrie und somit auch attraktive Kunden. Natürlich sind wir mittlerweile im ganzen Bundesgebiet und auch international tätig. Wir haben ebenso Kunden in der Schweiz und den USA. 

 

Welche Unternehmensziele möchte Old World Computing in 2018 erreichen? 

Wir möchten weiter wachsen. Gleichzeitig möchten wir aber flexibel bleiben. Die Diskussion über die einschlägigen Verfahren führen bei Managern vieler Unternehmen dazu, dass diese über die Implementierung moderner Big Data Anwendungen tatsächlich nachdenken. Die Möglichkeiten sind hier fast unbegrenzt. Viele Einsatzmöglichkeiten hat man darüber hinaus noch gar nicht erkannt. Die Implikationen durch neue Verfahren und die immer günstigeren Rechen- und Speicherkapazitäten werden uns noch alle überraschen. Und: Es ist gut zu sehen, dass immer mehr Unternehmen bereit sind, Neues auszuprobieren. 

 

Herr Vollmer, Sie sind Wirtschaftswissenschaftler. Wie bewerten Sie aktuell den technologischen Wandel? Handelt es sich um einen arbeitseinsparenden oder einen arbeitsvermehrenden Fortschritt? 

Wenn ich das wüsste, wäre ich heute vielleicht in der Wissenschaft. Die Vergangenheit hat aber klar gezeigt, dass der technische Fortschritt bisher noch nie zum völligen Ende der Arbeitsnachfrage geführt hat. Die Berufsprofile und Branchen haben sich allerdings merklich verändert. Ein Beispiel: Nur 2 Prozent der Menschen in Deutschland arbeiten im Vergleich zum 19. Jahrhundert heute noch in der Landwirtschaft. Überdies haben wir in den letzten Jahrzehnten die Ausdehnung des Dienstleistungs- und Servicesektors sowie den Anstieg der Erwerbstätigkeit in Deutschland auf Rekordniveau erlebt. Es wird sicherlich eine weitere Nachfrageänderung nach bestimmten Qualifikationen geben, also ein klassischer Strukturwandel eben. 

 

Was halten Sie von endogenen Wachstumstheorien? 

Viel. Ich denke, dass die Zeiten, in denen die klassischen Wachstumstheorien Gültigkeit besaßen, für die neuen und auf Wissen basierenden Volkswirtschaften möglicherweise nicht mehr optimal sind. Technischer Fortschritt ist zweifellos ein mächtigerer Wachstumstreiber als Kapital, Boden oder Arbeit. 

 

Welche Branchen sind denn besonders vom digitalen Wandel betroffen? 

Keine Branche kann sich den neuen Ansätzen und Methoden im Bereich Datenanalyse und -bewertung entziehen. Ob in der Landwirtschaft bei der Berechnung und Steuerung der optimalen Düngung, der Optimierung von Produktionsprozessen in kleinen und mittleren Unternehmen, der intelligenten Steuerung von Telekommunikations- und Stromnetzen oder dem Neuaufsetzen von Geschäftsprozessen im Banken- und Versicherungssektor – die Anwendungen sind unbegrenzt. Ich glaube fest daran, dass alles was fortan möglich ist, als Anwendung auch definitiv implementiert wird. 

 

Herr Vollmer, ich danke Ihnen für das Gespräch. 

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